Book review: Red Rising

Inhalt:
Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …




Gestaltung:
Die roten Flügel auf dem Cover der Paperback-Ausgabe passen gut zum Inhalt des Buches – Darrow, der Protagonist, gehört zur untersten Schicht der Gesellschaft und ist ein „Roter“, ein Sklave, nichts wert und ohne großartige Chancen, etwas zu verändern. „Red Rising“, der Titel des Buches, fast dessen Inhalt da ziemlich gut zusammen: Ein Roter erhebt sich und steigt in höhere Machtpositionen auf. Passt. Etwas schwer getan habe ich mich anfangs mit der Sprache, da diese komplett anders als in den meisten Büchern ist.
Der Autor Pierce Brown nutzt kurze, prägnante Sätze und einen sehr nüchternen Schreibstil, viele Emotionen findet man meiner Meinung nach nicht. Auch wird teilweise ziemlich mit vulgären Ausdrücken und Schimpfwörtern um sich geschmissen; bei der gefühlt hundertsten Verwendung von „mordsverdammt“ wurde es dann etwas nervig. An diese Eigenheiten musste ich mich erst einmal gewöhnen, aber irgendwann wird klar, dass dieser Schreibstil einfach perfekt ist, um den Charakter Darrows und die auf dem Marsch herrschenden Umstände zu beschreiben!

Schon komisch, Götter zu beobachten, denen klar wird, dass sie doch nur sterblich sind.



Handlung:
Beim Lesen des Klappentextes hatte ich um ehrlich zu sein etwas völlig anderes erwartet – eine Geschichte, in der es um beginnende Rebellion und ein Umwerfen der aktuellen Herrschaftsstrukturen geht. Was ich bekommen habe, war eher mit „Die Tribute von Panem“ zu vergleichen, allerdings nochmal um einige Dimensionen größer. Wie im Klappentext schon zu lesen ist, schleust sich Darrow nach dem Tod seiner Frau bei den Goldenen, der Elite der Bevölkerung ein, und will diese von innen heraus zu Fall bringen. Dazu besucht er deren Akademie, bei der alle Neulinge erst einmal in verschiedene Häuser eingeteilt, in eine riesige Arena geworfen werden und sich gegenseitig bekämpfen müssen, bis nur noch ein Haus übrig ist. Von dieser Wendung der Ereignisse war ich zuerst etwas überrascht, dachte mir dann aber: Okay, warum nicht?
Tja, was soll ich sagen – im weiteren Verlauf war ich dann nicht mehr ganz so begeistert von den Geschehnissen. Die zogen sich nämlich teilweise ziemlich in die Länge und ständig ging es hin und her: Ein Haus besiegt ein anderes und erbeutet Sklaven, dann werden sie selbst wieder massiv geschwächt. Hmm, da hätte man einiges weglassen können! Im letzten Teil wird es dann aber trotzdem verdammt spannend, vor allem, da die einzelnen Gefechte komplexer werden und das Buch ziemlich an Atmosphäre gewinnt!

Sein Lidschlag ist lang und schwer, als würde es ihm wehtun, jedes Mal aufs Neue die Augen zu öffnen und die Welt wiederzusehen.



Charaktere:
Fangen wir hier mit dem Protagonisten Darrow an. Ganz so gerne hatte ich ihn nicht, weil mir sein Charakter und das damit einhergehende Verhalten überhaupt nicht gefallen haben. Er wird als Roter geboren und muss als Sklave unter der Oberfläche des Mars schuften. Das findet er anfangs jedoch gar nicht mal so schlimm und steht den rebellischen Gedanken seiner Frau Eo eher skeptisch gegenüber. Als diese jedoch exekutiert wird, ändert sich seine Meinung und er schließt sich den Rebellen an. Von da an war er mir noch unsympathischer – in der Arena behauptet er zwar die ganze Zeit, nicht von Rache sondern von Eos letztem Wunsch angetrieben zu werden, aber für mich war das so ziemlich dasselbe. Emotionen zeigt er auch fast keine und Eigenschaften, die ihn interessant machen würden, besitzt er nur wenige. Dazu scheint er alles perfekt zu können und für jedes Problem eine Lösung zu haben – wo bitte sind die Fehler, die einen Protagnisten erst liebenswert machen? Einzig und allein seine Beziehung zu Mustang, der Anführerin eines der anderen Häuser, fand ich gelungen und bin gespannt, wie sich diese noch entwickeln wird!
Und damit wären wir schon bei den Nebencharakteren! Sie haben mir größtenteils deutlich besser gefallen als Darrow und sind einer der Gründe, weswegen ich auf jeden Fall die Fortsetzungen lesen werde! Neben der bereits genannten Mustang gibt es noch Sevro, der sehr schwer zu durchschauen ist, Cassius, der zuerst Freund dann Feind ist und schließlich noch all die anderen, die mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten etwas Leben in das Buch bringen!

Mein Volk singt, wir tanzen, wir lieben. Das ist unsere Stärke. Aber wir graben auch. Und dann sterben wir. Nur selten können wir entscheiden, wie. Diese Entscheidung bedeutet Macht. Diese Entscheidung ist unsere einzige Waffe. Aber sie ist nicht genug.



Fazit:
Wie ihr seht, stehe ich „Red Rising“ gespalten gegenüber – auf der einen Seite konnte ich mit dem Protagonisten Darrow nicht wirklich viel anfangen, auf der anderen Seite fand ich das ungewöhnliche Setting und die dem Buch zugrunde liegende Idee wirklich gut. Lesen werde ich die folgenden Bände auf jeden Fall, denn ich will unbedingt wissen, ob die Rebellion gelingt und wie es mit diversen Nebencharakteren weitergeht! Außerdem noch vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare

  1. Erstmal finde ich deine Kritik richtig toll geschrieben und mag es dass du wirklich all die kleinen Details eingehst. Die Storyline spricht mich zwar an, aber abschrecken tun mich nun doch die Längen und das der Hauptcharakter so perfekt und emotionslos ist. Ich brauch auch Protagonisten mit Ecken und Kanten, diesen kleinen Makel, die eine Person einzigartig und menschlich machen und wenn die Fehlen, dann kann ich damit gar nichts anfangen. Da für mich die Symphatien für den Hauptcharakter mit die Hauptgründe sind warum ich Bücher lese und auch beendet, werde ich dieses Buch eher meiden.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Da kannst du dich wie gesagt auch schon drauf freuen, weil das ganze ja direkt nach der Us Ausstrahlung im Januar auch auf Rtl 2 zu sehen sein wird. Ich werde bei der Serie aufjedenfall auch einschalten, einfach weil ich schon den Drehort super finde und der von der Optik her halt perfekt dazu passt.

    Ich habe ja die Bücher nicht gelesen, aber dafür den Film schon gesehen und den fand ich echt gut. War etwas überrascht, das der so gefloppt ist. Der hatte echt gute Effekte, war spannend und der Cast passte schauspielerisch auch.

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  2. Das Buch klingt wirklich spannend. Momentan hab ich aber solangsam genug von Dystopien und würde mir auch aus diesem Grund in nächster Zeit nicht so ein Buch zulegen.
    Die Kulisse auf dem Mars klingt jedoch schon sehr spannend. Längen finde ich immer ganz schwierig und die sind grade auch im letzten Band von "Die Ankunft" zu spüren....
    Hast du die Reihe auch schon gelesen?
    <3

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    1. Ahhh und vielen Dank auch für deinen Kommentar :)
      Oh ja, der Thermomix ist einfach ein Held. Ich kann ja nicht wirklich kochen, aber mit dem Gerät klappt wirklich alles :D
      Haha sehr cool. Find ich gar nicht so schlecht, dann hast du auch schneller deine Bücher durch. Manchmal lese ich ein Buch und ein ebook parallel, aber momentan kümmere ich mich lieber um ein Buch :D
      <3

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  3. Ich muss ja gestehen, bei der Inhaltsangabe fühlte ich mich spontan an Panem erinnert. Vielleicht ist das Buch was für mich. :)

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