Book review: Der Winter der schwarzen Rosen



Inhalt: In einer Festung, geschützt durch dunkle Magie, suchen die Zwillingsschwestern Tajann und Liliann Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die eine Schwester versteckt sich hier mit dem Junglord Janeik, um ihre verbotene Liebe leben zu können. Die andere ist auf der Flucht vor der zerstörerischen Liebe eines Gestaltwandlers. Doch mit den dunklen Mächten spielt man nicht. Das beginnen auch Tajann und Liliann bald zu ahnen. Denn etwas lauert in den Mauern, etwas Unberechenbares, etwas Böses ...

"Manchmal ist es mutiger, nachzugeben und sich zurückzuziehen. Oder...sich ganz zu verbergen und zu warten, bis der Tod sich umgesehen hat und weiterzieht. Mut hat nämlich nichts damit zu tun, sich blind in den Kampf zu stürzen. Sondern damit, genau hinzusehen."


Gestaltung:
Schon alleine der wunderschöne Schutzumschlag hätte mich bei einem Besuch in der Buchhandlung dazu bewogen, Nina Blazons neuestes Werk zu kaufen. Wie der Titel schon verspricht, finden sich dort Aufdrucke von schwarzen Rosen, zudem noch herrlich glitzernde braune Blätter und auch ein Hirsch, der in der Geschichte ebenfalls eine große Rolle spielt. In meiner früheren Rezensionen habe ich ja bereits erwähnt, dass ich es ziemlich gut finde, wenn Cover und Inhalt tatsächlich etwas miteinander zu tun haben. Das wurde hier wunderbar umgesetzt und macht das Buch zu einem wahren Blickfang im Regal!

"(...) Menschen brauchen Gefahren, nur daraus kann etwas neues entstehen, alles andere führt zu Verweichlichung und schließlich zum Untergang aller. Ein Fluss bahnt sich den Weg stets nach vorne. Stehende Gewässer werden nur zu Sümpfen und bringen Fäulnis und Tod. Und ein Feuer erstickt an seiner eigenen Asche, wenn es sich nicht ausbreiten darf."




Handlung:
Als ich hörte, dass Nina Blazon im Herbst ein neues Buch veröffentlicht, war mir sofort klar – das muss ich haben! Schließlich zählt sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und hat es bisher mit jeder ihrer Geschichten geschafft, mich zu verzaubern! Auch „Der Winter der schwarzen Rosen“ hat mir ausnehmend gut gefallen, kam allerdings nicht ganz an ihre vorherigen Werke heran. Die Story ist wie gewohnt vielschichtig; erst ganz am Ende offenbart sich, was wirklich hinter allem steckt und wie die einzelnen Geschehnisse im Buch zusammenhängen. Ich habe es bisher bei noch keinem von Blazons Büchern geschafft, vor den letzten Seiten hinter die Geheimnisse ihrer Figuren zu kommen, auch hier war es (größtenteils) nicht anders. Zur Handlung an sich möchte ich deswegen auch gar nicht viel sagen, weil ich sonst wohl zu viel verraten bzw. vorweg nehmen würde.
Ebenfalls genial fand ich die Verknüpfung mit ihren früheren Büchern, die ebenfalls in der gleichen Welt spielen, nur um einige Jahren bzw. Jahrhunderte früher. „Faunblut“, „Ascheherz“ und „Der dunkle Kuss der Sterne“ – zu jedem gibt es Anspielungen und Verweise, die das Lesen zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Wir hören von vielen bekannten Figuren (Lady Mar, die Zorya, Canda, die Echos) und wer die vorherigen Bücher gelesen hat, wird auch einige der dort vorkommenden Orte und Ereignisse in „Der Winter der schwarzen Rosen wiederfinden“!

"Eine Wahl zu haben ist keine Frage von Glück", sagte Volok ernst. "Sondern von Mut."




Charaktere:
Liliann und Tajann sind Schwestern und wir begleiten beide durch das Buch. Auf den ersten Seiten hatte ich noch ein paar Schwierigkeiten damit, beide auseinanderzuhalten, aber das legt sich rasch. Die jeweiligen Kapitel der beiden sind in unterschiedlichen Schriften gedruckt und auch ihre Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier muss ich allerdings zugeben, dass ich die beiden zwar mochte, allerdings mit einigen ihrer Charakterzüge und den daraus resultierenden Handlungen so meine Probleme hatte.
Tajann ist die selbstbewusste der beiden Schwestern, die unbeirrbar ihren Weg verfolgt und dabei mitunter auch sehr rücksichtslos vorgeht. Ihre Liebe zu Janneik kam mir etwas zu plötzlich, ebenso hat mich ihre Kaltblütigkeit in manchen Momenten sehr gestört. Liliann dagegen war mir teilweise zu sanft und konnte sich vor allem zu Beginn des Buches nicht wirklich durchsetzen. Hätte sich das im Laufe des Buches geändert, gut, aber auch gegen Ende war sie mir teilweise noch zu ängstlich. Wie bereits erwähnt war ich daher mit einigen ihrer Handlungen nicht ganz einverstanden, aber – und das ist ein großes aber! – es war immer logisch und nachvollziehbar, eben weil sie diese verschiedenen Charakterzüge haben. Das Ende des Buches fand ich leider nicht ganz so zufriedenstellend. Auch hier ist es wieder schwierig, ohne Spoiler auszukommen, aber ich hätte mir da einfach ein bisschen mehr gewünscht.

"Stärke oder Schwäche sind keine Beweise für oder gegen wahre Liebe. Und jeder hütet seine Geheimnisse, allen Schwüren zum Trotz. Aber jemanden wirklich zu lieben heißt auch, ihn ohne Masken zu sehen, seine Schwächen zu kennnen - und sie ebenfalls zu umarmen."


Fazit:
Das hört sich jetzt alles ziemlich negativ an, deswegen muss nochmal gesagt werden, dass das nur kleine Kritikpunkte sind und der Freude beim Lesen keinen Abbruch tun. Nina Blazons Schreibstil ist wie gewohnt meisterhaft, die genutzten Metaphern und Formulierungen grandios und die von ihr erschaffene Welt einfach magisch. Wenn ihr die vorherigen Bücher ebenso geliebt habt wie ich, dann solltet ihr euch „Der Winter der schwarzen Rosen“ definitiv nicht entgehen lassen!

Kommentare

  1. danke für den buchtipp :)
    einen guten start in die woche wünsche ich dir!

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  2. Ich kannte weder die Autorin, noch das Buch, hört sich aber nicht schlecht an! :)
    Alles Liebe, Salo

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  3. Das Buch hört sich richtig spannend an. Sonst lese ich solche Bücher eher nicht, aber ich werde es sich mal lesen :)

    Liebe Grüße <3

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  4. Oh, das Buch ist aber wirklich sehr schön gestaltet. Sowas verleitet mich ja immer am meisten zum Kauf ;) Hört sich auch danach an, dass mir das Buch gut gefallen würde. Ich lese am liebsten Fantasy, wenn ich dann mal dazu komme :)

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