Guestpost: Wie man das Beste aus seinen Bildern holt – The power of RAW


Hallo liebe Leser von Maras Blog!

Mein Name ist Carolin und normalerweise blogge ich auf www.coralinart.net über Fotografie und Lifestyle. Da die liebe Mara momentan leider im Prüfungsstress steckt und daher nicht so viel Zeit für den Blog aufbringen kann, hat sie mich gefragt, ob ich währenddessen nicht mit einem Gastpost aushelfen könnte. Das mache ich natürlich gerne! An dieser Stelle nochmal danke an Mara für die nette Mail!


In meinem Artikel werde ich über ein Thema schreiben, das für viele fortgeschrittene Hobbyfotografen interessant sein dürfte. Das RAW-Format. Früher oder später muss man sich als Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera und Programmen, wie Lightroom oder Photoshop damit auseinandersetzen. Hat man diesen Schritt jedoch gewagt, geht die Bildbearbeitung sehr viel einfacher von der Hand. Ich selbst habe erst nach knapp drei Jahren von JPG zu RAW gewechselt und käme mittlerweile gar nicht mehr ohne klar.

Was ist RAW eigentlich?

RAW ist englisch für roh. Bei den Dateien handelt es sich sozusagen um ein digitales Negativ, da man die Bilder damit im Nachhinein noch sehr detailliert und vorallem ohne Verluste anpassen kann. Während Bilder im JPG-Format so komprimiert werden, dass sie pro Farbkanal nur 256 Helligkeitsabstufungen (8 Bit) erlauben, sind mit RAW bis zu 16.384 Helligkeitsabstufungen und 10, 12 oder 14 Bit möglich.

Das klingt zugegebenermaßen ziemlich theoretisch und öde, aber eigentlich ist es ganz einfach zu verstehen. Ein Foto beinhaltet unheimlich viele verschiedene Farbschattierungen. Es gibt nicht nur Blau, sondern auch Himmelblau, Dunkelblau usw.
Hier habe ich eine amüsante Grafik für euch, die die angesprochene Thematik veranschaulicht:


Manchmal haben Männer und Frauen ja so ihre Differenzen, was Farben betrifft. Was für den Herrn Freund einfach nur rot ist, bezeichnen wir Mädels als Karmesin. Grau wird zu Taupe und Gelb zu Zitrone.
Wenn man es überspitzt ausdrücken möchte; die Männer sind das JPG-Format und die Frauen das RAW-Format, da sie viel sorgfältiger zwischen den Farbnuancen differenzieren. (An die Jungs: bitte nicht beleidigt sein! Dieser Vergleich ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten und nicht ganz ernst gemeint.)

Jedenfalls beinhalten jene Rohdaten mehr Informationen, wodurch kleine Details besser zur Geltung kommen. Zudem bleibt das Original der Datei trotz Bearbeitung erhalten.

Womit kann ich RAW-Dateien öffnen?

Zunächst muss erwähnt werden, dass die verschiedenen Hersteller auch unterschiedliche Endungen verwenden. Bei Canon lautet sie beispielsweise .cr2.
Wie ihr euch sicher denken könnt, kann man diese Dateien nicht mit allen Programmen öffnen. Dazu wird spezielle Software benötigt. Bei den Bildbearbeitungsprogrammen sind natürlich Adobe Photoshop und Lightroom. Beide Programme sind kostenpflichtig, doch es gibt auch gute Alternativen im Netz, die für jeden frei zugänglich sind. Gimp verfügt über ein Plug-In zur Darstellung von Rohdaten.


Auf diesem Bild habe ich euch ein unbearbeitetes RAW- und JPG-Foto gegenüber gestellt. Auf den ersten Blick ist kein großer Unterschied erkennbar. Die Version auf der linken Seite erscheint sogar ein wenig fahl. Ich kann euch jedoch garantieren, dass sich viel mehr aus diesem Foto rausholen lässt!


Die Bearbeitung

Ich persönlich bearbeite meine RAW-Dateien mithilfe des Camera RAW Plug-Ins in Photoshop. Damit kann man ganz einfach Parameter, wie Belichtung, Kontrast, Weißabgleich, Kurve oder einzelne Farben verändern. Dabei bleiben die Voreinstellungen zu jedem Zeitpunkt erhalten und können mit nur einem Klick wiederhergestellt werden. Da die Bilder für die Verwendung im Internet trotzdem komprimiert werden müssen, solltet ihr euch die Rohdaten extern sichern.


Hier habe ich beide Bilder auf die gleiche Art und Weise bearbeitet. Zugegeben, normalerweise bearbeite ich meine Fotos nicht so stark, doch dieses Beispiel soll euch nur zeigen, was möglich ist.
Was fällt euch also auf?
Richtig! Beim oberen Bild werden die Details förmlich von den dunklen Farben verschluckt, während man bei der unteren Version noch ganz klar einzelne Krümelchen der Schokocreme erkennen kann. Das ist ein riesen Vorteil, wenn man viel Wert auf solche Kleinigkeiten legt. Außerdem kann man so die Möglichkeiten von Photoshop gänzlich ausschöpfen, ohne Verluste der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen.

Bestimmt kommt euch auch die folgende Situation bekannt vor: Ihr schießt eine Landschaftsaufnahme, doch der Himmel ist viel zu hell und der Rest des Bildes zu dunkel. Mit RAW lässt sich das ganz gut ausgleichen:


Oben vorher, unten nachher.

Cool! Und wo kann ich RAW jetzt eigentlich aktivieren?

Je nach Marke und Modell ist die Einstellung unter einem anderen Menüpunkt eurer Kamera zu finden. Ich persönlich habe es so eingestellt, dass die Kamera pro Bild jeweils eine RAW- und eine JPG-Datei anlegt, da ich komprimierte Bilder praktischer finde, um kurz zu checken, wie ein Bild geworden ist. Wer den Schritt zu RAW wagt, sollte allerdings auch wissen, dass diese Dateien durch die Fülle an Informationen mehr Speicherplatz benötigen. Im Durchschnitt hat eine Rohdatei bei mir rund 30 MB! Auf Dauer kann das den Computer ganz schön zumüllen. Ordnung und regelmäßige Back-Ups sind daher wichtig!

Im Überblick

Pro
- Details kommen besser zur Geltung
- Keine Qualitätsverluste bei der Bearbeitung
- Weißabgleich muss nicht erst aufwändig an der Kamera korrigiert werden
- Einzelne Bildbereiche können aufgehellt oder abgedunkelt werden
- Volle Kontrolle über Farbe, Dynamik und Sättigung etc.

Contra
- Nicht mit allen Programmen kompatibel
- Benötigt viel Speicher

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Post einen guten ersten Einblick in das Thema RAW geben und den ein oder anderen vielleicht sogar ein wenig neugierig machen. Über eure Meinung würde ich mich sehr freuen!

Kommentare

  1. Ein richtig cooler Beitrag, der nicht nur toll geschrieben ist, sondern auch sehr informativ ist, Carolin. Das mit dem RAW klingt interessant und ich habe das noch nie ausprobiert. Mir wird immer wieder bewusst, dass ich einfach viel zu wenig Ahnung von Fotografie habe. Danke Mara für deinen lieben Kommentar. Freut mich immer unglaublich, wenn du zurück schreibst und dann auch Posts von mir liest.

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  2. Ein richtig Toller Beitrag! Ich hab leider wenig Erfahrungen wen es um Fotos Bearbeiten geht , ich werde deine Tips auf jeden Fall mal anwenden. Es ist total toll zu sehen was man alles aus Bildern raus holen kann, damit sie noch besser wirken. Sehr Hilfreich!
    Liebe Grüße Nele

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  3. Sehr hilfreicher Post! Ich beschäftige mich nun schon seit langem mit RAW-Formaten. Muss aber immer noch herumprobieren und dazulernen, vor allem was die Bearbeitung angeht. Danke für den informativen Inhalt!

    Neri

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  4. Hui, der Post ist ja schon online! :) Nochmals vielen Dank, dass ich den Beitrag für dich schreiben durfte. Hat sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich über das positive Feedback!

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  5. Sehr schöner Beitrag, ist wirklich sehr hilfreich! :)

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  6. Danke für den informativen Post! Hab mich wegen des Speicherproblems noch gar nicht weiter mit raw auseinandergesetzt... vllt sollte ich das wirklich mal ausprobieren :)

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  7. Toller und interessanter Post :)

    Liebste Grüße
    Jana

    www.bezauberndenana.de

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  8. ein richtig toller gastpost hat mir auf jeden Fall geholfen !

    Hast jetzt eine Leserin mehr :)

    Love ♥ sandrafelicia.blogspot.de

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  9. Ein toller Post! :)
    Hat mir sehr geholfen! :) Ich hoffe, Mara kommt mit dem Lernen gut voran! :)
    Dein Gastpost war auf jeden Fall eine würdige Vertretung! :) Liebst, Kate von Liebstes von Herzen

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