Steelheart

Inhalt: Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …(English Version: here // scroll down for the English review!

steelheart book review

Story: Schon als ich den Klappentext das erste Mal las war ich begeistert von der Idee, dass Superhelden die Welt nicht retten, sondern sie beherrschen und unterdrücken. Ist mal was völlig neues und bietet so unglaublich viel Potential! Jeder dieser „Epics“ besitzt eine andere Fähigkeit und vor allem auch eine einzigartige Schwäche – glaubt mir, ich habe es geliebt, während dem Lesen zu raten und zu rätseln, was denn nun die Schwächen der einzelnen Epics sein könnten! David war bei Steelhearts Machtübernahme noch ein kleiner Junge und musste mit ansehen, wie der Epic seinen Vater ermordete. Seitdem hat er sich geschworen, Steelheart zu töten, koste es, was es wolle. Dazu muss er dessen Schwäche herausfinden, was sich natürlich als nicht ganz so einfach herausstellt. Durch das gesamte Buch bekommt man immer wieder kleine Hinweise und Bruchstücke, die erst ganz am Ende aufgelöst werden – mochte ich sehr!
Was mir auch gut gefiel war das Setting des Buches. Steelheart besitzt die Fähigkeit, unbelebte Materie mit Stahl zu überziehen, weswegen Chicago nun komplett aus Metall besteht. Zudem herrscht dort dank eines weiteren Epic ewige Nacht. Ich habe jedes Mal Gänsehaut bekommen, wenn David und die Rächer durch verlassene Stahllabyrinthe geschlichen sind oder von Steelhearts Anhängern durch die unterirdischen Metalltunnel gejagt wurden. Was die Stimmung angeht ist dieses Buch einfach nur unschlagbar. Außerdem weiß man nie, was als nächstes passiert, da es unzählige unvorhergesehene Wendungen gibt. Vor allem gegen Ende wusste ich überhaupt nicht mehr, was ich auf den nächsten Seiten erwarten sollte. Spannung pur!

Charaktere: So gerne ich die Story und das Setting mochte – mit den Charakteren war ich nicht hundertprozentig zufrieden. David als Hauptfigur ist auf der einen Seite sehr sympathisch. Er wird anfangs nur von einem Gedanken angetrieben: Rache an Steelheart. Ich habe mit ihm mitgefiebert und gehofft, dass er seine Rache bekommt, dass er Steelheart besiegt. Auf der anderen Seite hat er mich teilweise wirklich genervt, vor allem wegen seinen grauenvollen Metaphern, die er die ganze Zeit benutzt. Außerdem trifft er manchmal total unnachvollziehbare und dämliche Entscheidungen – so etwas kann ich bei Protagonisten überhaupt nicht leiden. Auch den anderen Charakteren gegenüber bin ich zwigespalten. Die Epics werden als grausame und beinahe unbesiegbare Herrscher dargestellt, trotzdem werden sie für meinen Geschmack teilweise zu leicht besiegt. Davids Verbündete, die Rächer, waren etwas zu stereotypisch konzipiert, aber trotzdem sehr lebendig und sympathisch. Vor allem gegen Ende sind sie mir richtig ans Herz gewachsen und einige machen eine gut sichtbare Entwicklung durch. Dafür Daumen hoch!

Fazit: „Steelheart“ ist ein Buch mit frischer und innovativer Idee, dessen Fortsetzungen durchaus Lieblingsbuchpotential haben könnten. Sehr gut fand ich Handlung und Stimmung des Buches, nur den Charakteren könnte Sanderson noch etwas mehr Tiefe verleihen. Von mir gibt es jedenfalls eine absolute Kaufempfehlung!

steelheart book review
Story: Right from the start I was fascinated by the idea of superheroes being the villains. They don’t rescue the world but want to control and oppress it. That’s something completely new and there are so many possibilities! Every Epic has a different superpower and also a unique flaw. I loved trying to find out their particular weaknesses while reading the books, it was so much fun! When Steelheart assumed power David was just a little kid and saw how the cruel Epic killed his father. David vowed vengeance, whatever the cost. To achieve this goal he has to find Steelhearts flaw, which of course isn’t that easy. Over the course of the book you get small hints every now and then; until the secret is finally lifted in the end. I liked that very much!
I also enjoyed the setting of the book. Steelheart has the power to transform inanimate matter into (who would’ve thought it?) steel. Due to that Chicago is now completely coated with metal. Moreover another Epic causes eternal night. I got goosebumps whenever David and the Reckoners sneaked through post-apocalyptic labyrinths of steel or were chased through underground tunnels by henchmen of Steelheart. The setting in this book was awesome and created a dark and hopeless atmosphere.

Characters: I wasn’t completely pleased by the characters. David as the protagonist is very sympathetic on the one hand. At the beginning he’s powered by only one wish: killing Steelheart. On every page I hoped he would take vengeance, I hoped he would defeat Steelheart. On the other hand he often was very annoying and used terrible metaphors all the time. Moreover he sometimes made completely stupid decisions which weren’t understandable at all. I’m not sure if I liked the secondary characters, either. The Epics were described as nearly invincible and cruel rulers, but considering this they were killed too easily sometimes. The Reckoners had some stereotypical characteristics, but were sympathetic and vivid nevertheless. Especially toward the book’s end I really learned to love them.

Conclusion: I highly recommend this book if you’re searching a story with an innovative and fresh idea and a dark and hopeless setting. Even though the characters are partly a bit too stereotypical, “Steelheart” is a fantastic read!

Kommentare

  1. Hört sich sehr interessant an! Nicht unbedingt mein Fall von Büchern, dennoch aber sicher lesenswert. Ich will mir gegen Weihnachten eh vieles an Lesestoff holen und schenken lassen. Vielleicht ist das Buch ja auch dabei.

    Danke schon einmal für die Inspiration und viele Grüße

    mtrjschk.blogspot.de

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  2. Das buch kommt mir heute zum ersten Mal unter, aber es klingt mal nach etwas neuem. Ich hasse es auch, wenn Protagonisten -egal ob in Büchern oder Serien- einfach nur dämliche Entscheidungen treffen anstatt wegzulaufen oder aus vorherigen Fehlern zu lernen :) Kann das also absolut nachvollziehen!
    GLG Charlotte

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  3. Erst einmal: eine super Review, mochte ich sehr! Hat nicht zu viel verraten, toll kritisch betrachtet - und - vor allem nicht zu lang, muss eine 'einfache' Bücherrezension nicht sein, wie ich finde.
    Mein erster Eindruck war eigentlich eher "kennt man ja schon" - kennt man wahrscheinlich auch, aber scheinbar ist die Sache mit den Helden wirklich umgekehrt, das klingt schon ziemlich verlockend. Bisher ist es keines der Bücher, wo ich mir denke "Musst du lesen!" (zum Glück, passiert mir zu oft & ich hab hier noch SO viele ungelesene Bücher..), aber sicher eines dieser, was ich immer im Hinterkopf habe, wenn ich mal einen Buchkauf tätigen möchte. Danke für die Vorstellung, kannte ich bisher noch nicht!

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  4. Hey du. Da ich deinen Blog ziemlich gern lese, würde ich mich total freuen, wenn du bei meiner kleinen Bloggerparade im Advent mitmachst: http://www.bilberry.me/2014/11/blogparade-adventszauber.html

    Liebe Grüße
    Ina

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